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Abs.: Dipl.-Ing. H.-G. Velden, An den Kastanien 24, 47551 Bedburg-Hau
QIAGEN AG
z. Hd. Peer Schatz
Chief Executive Officer and President
Qiagen Strasse 1
40724 Hilden
02.01.2004
Sehr geehrter Herr Schatz,
bei meiner Recherche, wo Herr Jochen Walter nach Einstellung des Geschäftsbetriebes der RBS GmbH “untergekommen³ ist, konnte ich ermitteln, dass dieser auch für die QIAGEN AG tätig ist. War schon diese Tatsache eine überraschung, so wurde diese umso größer als ich erfuhr, in welcher Funktion er diesem Unternehmen dient bzw. er dieses repräsentiert. Ein an der deutschen und amerikanischen Börse notiertes Unternehmen unterliegt gerade hinsichtlich der kaufmännischen Führung und Aufsicht besonders hohen Anforderungen. Diese können nur erfüllt werden, durch ein absolut korrektes Finanzmanagement ausgeführt, kontrolliert und verantwortet von ebenso sachkundigen und integeren Managern. Es gibt Belege, und es besteht die begründete Annahme, dass diese Anforderungen von dem Aufsichtsratmitglied der QIAGEN AG, Herrn Jochen Walter, n i c h t erfüllt werden! Seine berufliche Vita zeichnet sich durch eine Reihe von Diskrepanzen aus, die sich so auf Ihrer Homepage unter “Investor Relations / Supervisory & Management Board³ Jochen Walter, nicht wiedergegeben werden, aber von großer Bedeutung für die Wahrnehmung seiner Funktion in der QIAGEN AG ist. Nun der Reihe nach:
1. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, hat in der Darstellung seiner beruflichen Vita übersehen, auf seine Abteilungsleiterfunktion des Kreditsekretariats der Stadtsparkasse Düsseldorf hinzuweisen. Ich habe den begründeten Verdacht, dass dies auf den Umstand zurückzuführen ist, da die Abteilung ersatzlos aufgelöst wurde, aufgrund eine externen Unternehmensanalyse, mit dem Ergebnis der ersatzlosen Streichung der Abteilung wegen Ineffizienz und ihrer aufgeblähten Administration.
2. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, verweist auf seine Geschäftsführertätigkeit für die Innovatives Düsseldorf GmbH. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass diese Gesellschaft wegen nachhaltiger schlechter Ergebnisse ihren Geschäftsbetrieb ruhend stellen musste. Die Gesellschaft wurde später, mit neuem Kapital ausgestattet und in RBS Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH umbenannt.
3. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, verweist auf seine Geschäftsführertätigkeit seit 1985 für die Innovatives Düsseldorf GmbH und die aus ihr hervorgegangene RBS GmbH. Diese Angabe ist unvollständig. Tatsächlich schied Herr Walter bei der Innovatives Düsseldorf GmbH wegen vorgenannter Umstände Mitte 1988 aus, um unter dubiosen Umständen (siehe nachstehende Ausführung) Mitte 1990 in der RBS GmbH wieder aufzutauchen.
4. Es fällt auf, dass in der Vita Ihres Aufsichtsratmitglied Jochen Walter zwei Jahre fehlen! Ich habe den begründeten Verdacht, dass dies mit seiner Tätigkeit für den Kapitalanlagebetrüger Amend[1] zusammenhängt. Herr Walter war kaufmännischer Kopf bei dem gelernten Elektriker und Kettenfinanzierer Amend, für die Gesellschaften Gramenbeck GmbH in Aachen, der Grancom Administration AG in Zürich und der Gramenbeck Ltd. in London. Die Herren Walter und Amend haben nach konservativer Schätzung im Rahmen ihrer Schneeballfinanzierung über 1,0 Milliarde DM ergaunert (Anlage 1.1-1.4)! Herr Amend ist zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden und setzt nach Verbüßung seiner Haft wieder “erfolgreich³ seine Kariere als Kapitalanlagebetrüger fort (Anlage 2.). Herr Walter entging der gerichtlichen Aufklärung seiner Mitwirkung beim Kapitalanlagebetrüger Amend nur, weil die Stadtsparkasse Düsseldorf einem Vergleich mit der Schweizversicherung zustimmte.
5. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, renommiert mit seiner Geschäftsführertätigkeit für die RBS Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, wie Herr Walter diese Position erlangte. Nachdem Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft die Kettenfinanzierung Amend/ Walter auffliegen ließen und nach einem kurzen erfolglosen Intermezzo in der Wirtschaft, wird Herr Walter für seine “heraus-ragenden Verdienste³ in der Zusammenarbeit mit Herrn Amend, vorbei an allen üblichen Auswahlkriterien, mit dem Geschäftsführerposten bei der RBS GmbH belohnt. Im Hause der Stadt-Sparkasse Düsseldorf wurde diese Postenvergabe intern auch als Schweigegeldjob oder auch als Versorgungsposten bezeichnet (Anlage 3.1-3.2).
6. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, verweist auf die RBS Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH und seine Tätigkeit als Geschäftsführer für diese Gesellschaft. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, wie erfolgreich die Gesellschaft und ihr Geschäftsführer sind. Anfänglich hatte die RBS GmbH/ Walter mehr Mitarbeiter (5), davon Professionals (4), als Beteiligungen (2). Das bedeutet pro Mitarbeiter/ Professionals 0,4/ 0,5 Beteiligungen! Nach Ermittlungen des Bundesverbandes der deutschen Kapitalbeteiligungsgesellschaften sind pro Mitarbeiter/ Professional ca. 5,1/ 8,3 Beteiligungen gemäß Branchendurchschnitt üblich. Die Sparkassenaufsicht ist nach Hinweis hierüber, sowie aufgrund der insgesamt rekordverdächtigen Leistungen, eingeschritten. Als Konsequenz wurde Herrn Walter u.a. ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt. über die gesamte Geschäftstätigkeit hielt die RBS GmbH ca. 12 Beteiligungen, von denen 10 in Konkurs/ Insolvenz gingen. Wieder eine rekordverdächtige Leistung! Die Innovatives Düsseldorf GmbH und die aus ihr hervorgegangene RBS GmbH haben über die gesamte Dauer der Geschäftsführertätigkeit von Herrn Jochen Walter, unter Berücksichtigung der rechtswidrigen Kapitalentnahmen bei seiner Beteiligung, nicht ein einziges Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abschließen können und haben schon gar nicht, wie in der Sparkassen Verordnung vorgeschrieben, “zumindest mittelfristig eine angemessene markübliche Rendite³ erwirtschaftet. Wieder eine rekordverdächtige Leistung! In den letzten Jahren ihres Bestehens hatte die RBS GmbH 21/2 Mitarbeiter, zwei Geschäftsführer und eine Halbtagskraft! Wieder eine rekordverdächtige Leistung! Die Gesellschaft ist so erfolglos, dass eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebes gemäß der Statuten für öffentlich-rechtliche Körperschaften nicht mehr zulässig ist und deshalb ihren Geschäftsbetrieb einstellen musste und die Gesellschaft ruhend gestellt wurde. Seit 2002 betreibt die RBS GmbH keine Neugeschäfte mehr und bestehende Beteiligungen werden betreut und abgewickelt. Herr Walter ist für die RBS GmbH nicht mehr aktiv tätig[2].
7. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, verschweigt seine Geschäftsführertätigkeit für die Lebit GmbH. Um die Einziehung der Geschäftsanteile der RBS GmbH und die Geltendmachung der Rückzahlungsansprüche der von der RBS GmbH/ Walter rechtswidrig vereinnahmten Vergütungen für seine Eigenkapitalersetzende Gesellschaftereinlagen und die öffentlichmachung seiner Mitwirkung beim Kapitalanlagebetrüger Amend und der hieraus sich ergebenden weitreichenden persönlichen und beruflichen Konsequenzen zu vereiteln, ist er der ordentlichen, von der Geschäftsführung einberufenen Gesellschafterversammlung, zuvor gekommen. Er hat ohne Einladung, am Sitz der RBS GmbH, rechtswidrig eine eigene Gesellschafterversammlung abgehalten und sich selbst als rechtswidrig, jedoch faktischen Geschäftsführer berufen. Kurz hierauf stellte er den Konkursantrag für die Lebit GmbH (Anlage 5.)
8. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, renommiert mit seiner Aufsichtsratstätigkeit für die Martel GmbH. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, das diese ehemalige Beteiligung der RBS GmbH seit Mitte 2003 in Insolvenz ist, wie nahezu alle Beteiligungen ca. 80 % der RBS GmbH!
9. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, renommiert mit seiner Aufsichtsratstätigkeit für die NETEC AG. Der Vollständigkeit halber möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass Indizien dafür sprechen, dass auch diese ehemalige Beteiligung der RBS GmbH und Muttergesellschaft der Martel GmbH sich in Insolvenz befindet. Eine Eintragung im Handelregister belegt diese Annahme nicht, jedoch spricht für die Insolvenz, dass die gesamte Internetpräsenz des Unternehmens gelöscht wurde und eine Telefon- und Faxverbindung zu diesem Unternehmen nicht mehr besteht.
10. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Jochen Walter, verweist auf die Mitgliedschaft der RBS GmbH im Bundesverband der deutschen Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) und auf seine Mitgliedschaft im Vorstand des Verbandes. Der BVK wurde über die gravierenden Verstöße der RBS GmbH/ Walter gegen die Grundsätze des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften informiert. Herr Walter hat darauf, aus freiem Entschluss, für das Amt nicht mehr kandidiert und die RBS GmbH ist seit 31.12.2002 nicht mehr Mitglied des Bundesverbandes deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.
11. Ihr Aufsichtsratmitglied, Herr Walter, gibt die S-Kapitalbeteiligungs-gesellschaft Düsseldorf mbH als Management Gesellschaft der RBS GmbH an und sich selbst als management director und genaral mananger der S-Kapital-beteiligungsgesellschaft Düsseldorf mbH aus. Tatsächlich sind alle Angaben falsch. Die aktuellen Handelsregisterauszüge weisen aus, dass die S-Kapital-beteiligungsgesellschaft Düsseldorf mbH Management Gesellschaft für insgesamt 5 Unternehmen ist, jedoch nicht für die RBS GmbH! Herr Walter ist weder Geschäftsführer und schon gar nicht genaral mananger der S-Kapital-beteiligungsgesellschaft Düsseldorf mbH!
Bei Veröffentlichung der beruflichen Vita von Vorstand- und Aufsichtsratmit-gliedern einer börsennotierten Aktiengesellschaft sollte als Mindestvoraussetzung die Wahrhaftigkeit und Vollständigkeit der Angaben sein. Die von Ihrem Hause im Internet veröffentliche Vita von Herrn Walter weicht derart eklatant von den Tatsachen ab, dass die Ausführungen von Herrn Walter den Tatbestand der Hochstapelei erfüllen dürften. Die Angaben über Herrn Walter, soweit sie von Ihm selbst getroffen wurden, können nur als Schutzbehauptung verstanden werden, um hier eine schlüssige berufliche Kariere vorzutäuschen. Es stellt sich auch die Frage, ob hiermit nicht die Anforderungen an den Corporate Governance Kodex missachtet und aktienrechtliche Bestimmungen verletzt wurden?!
Selbstverständlich ist es Herrn Walter nachzusehen, dass er im Rahmen der Erläuterung seiner beruflichen “Kariere³ nicht seine Vergehen und Schlechtleistung erwähnt. Ich möchte hierfür stellvertretend meine Erfahrungen darlegen. Als Geschäftsführer einer seiner Beteiligung musste ich die rechtswidrigen Machenschaften des Herrn Walter über Jahre hinweg ertragen (Anlage 4.). Von gesetzwidrigem Kapitalentzug über rechtswidrige Geschäftsführungsübernahme bis hin zu Bilanzmanipulationen, zeigt Herr Walter was er kaufmännisch und charakterlich so drauf hat. So ist Herr Walter in der Lage Schulden = Fremdkapital einer Kapitalgesellschaft als freies Vermögen = Eigenkapital der Gesellschaft auszuweisen. Er besitzt auch das Stehvermögen, diese Machenschaften über Jahre hinweg zu rechtfertigen, dies bis zum heutigen Tage (siehe mein Schreiben vom 22.12.2003 an Herrn Walter, Anlage 5.). In diesem Schreiben sind detailliert die Bilanzmanipulation sowie weitere Vergehen von Herrn Walter dargelegt. Natürlich hat Herr Walter auch dieses Schreiben “vergessen³ zu beantworten, aber ich bin mir sicher, dass er dies gerne nachholen wird, um Ihnen gegenüber den Nachweis für seine berufliche und persönliche Integrität anzutreten.
Die Wirtschaft, und hier insbesondere Börsen notierte Unternehmen, machen immer wieder mit Betrugs- und Bilanzskandalen auf sich aufmerksam. In diesem Zusammenhang spricht Herr Prof. Klaus Schwab, Präsident des World Economic Forum (WEP) in Genf, von einer “Selbstdiskreditierung der Wirtschaft durch korrupte und betrügerische Manager³ und fordert in Anlehnung an angelsächsische Wirtschaftsphilosophie für Unternehmen und ihren Managern die “Corporate integerity³, Zitat: “weil Spitzenmanager nur dann Vertrauen entgegengebracht wird, wenn Ihr Handeln und das ihrer Mitarbeiter in eine Kultur der unternehmerischen Integrität eingebettet ist, die wiederum nur Konsequenz entsprechend persönlicher Integrität sein kann³. Durch die wirtschaftskriminellen Machenschaften Ihres Aufsichtsratmitglieds Jochen Walter, sehe ich seine berufliche und persönliche Integrität mehr als nur in Zweifel gezogen. Es wird sich auch die Frage stellen, ob nicht auch die unternehmerische Integrität der QIAGEN AG insgesamt in Zweifel gezogen werden muss, wenn eine Person wie Herr Walter, Mitglied Ihres Aufsichtsrates ist und ihm Buchführung, Bilanzierung und deren Controlling anvertraut werden. Ich bitte Sie zu überprüfen, ob Herr Walter nicht der Typ Manager ist vor dem es zu warnen gilt, zum Schutz des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und seiner Aktionäre.
Die Vergehen Ihres Aufsichtsratmitglieds Jochen Walter, sind im Schreiben vom 22.12.2003 an ihn, so detailliert dargelegt, dass der rechtswidrige Kapitalentzug und die Bilanzmanipulationen hinreichend belegt sind und von Ihnen eigenverantwortlich überprüft werden können. Sollten diese Informationen zur überprüfung der Vorwürfe nicht ausreichen, biete ich Ihnen an, alle hierfür erforderlichen Unterlagen und Beweise, wie Bilanzen, Schriftwechsel, Klageschriften, Urteile und Gutachten, zur Verfügung zu stellen.
Ich bitte Sie, mir den persönlichen Erhalt und die Kenntnisnahme dieses Schreibens zu bestätigen, und mir Ihre Stellungnahme bis zum 12.01.2004 mitzuteilen. Analog zu dieser Information erfolgt auch eine Veröffentlichung im Internet und Weiterleitung an die nachstehend aufgeführten Adressaten.
Mit freundlichen Gruß
Hans-Georg Velden
Anlage 1.1 Capital 4 / 91 Turbo-Spekulation: Von Null auf 750 Millionen
Anlage 1.2 Express Grüne: Strafantrag gegen Sparkasse
Anlage 1.3 Rheinische Post 22.06.00 Das 200 Millionen Loch
Anlage 1.4 Rheinische Post 07.07.00 Das Versteckspiel der Sparkassen
Anlage 2. Rheinische Post 08.02.02 Der Geldhai
Anlage 3.1 Express 15.07.95 45 Millionen Sparkassen vor neuem Desaster?
Anlage 3.2 Rheinische Post 15.10.99 185 Millionen Mark gezahlt - für nichts?
Anlage 4. Rheinische Post 14.10.99 Hat die Sparkassen Tochter betrogen?
Anlage 5. 22.12.03 Schreiben an Herrn Walter
Durchschriften an:
Deutsche Börse AG Financial Times Deutschland
Börsenaufsicht Wirtschaftswoche
Deutsches Aktieninstitut Handelsblatt
Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften. e.V. Der Aktionär
Neuer Markt Manager-Magazin
Dachverband der kritischen Aktionäre