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Warnung vor der EYPO AG aus der Schweiz (Pfäffikon)

Das dubiose Geschäft mit den Prepaid-Kreditkarten: Ein Erfahrungsbericht auf der Basis eines eigenen Testkaufs


Aktuelle Meldung vom 20.12.2005: Kreditkarte heute endlich freigeschaltet


Üble Methoden beim Geldeintreiben


Die EYPO AG behauptet in einer Werbemail, sie habe bereits 40.000 Kreditkarten vermittelt. Das ist keineswegs unglaubwürdig, denn der Clou bei den Kreditkarten, die EYPO vermittelt (oder zu vermitteln vorgibt), ist das Versprechen, dass man auch dann eine Kreditkarte (in diesem Fall VISA) erhalten kann, wenn ein Antrag auf Ausstellung einer Kreditkarte aufgrund eines Schufa-Eintrags bei einer deutschen oder auch einer Schweizer Bank keinerlei Chance hätte. Und viele Menschen haben aus den unterschiedlichsten Gründen einen solchen 'Schufa-Eintrag'. - Wenn man im Internet zu EYPO recherchiert, dann wird sehr schnell deutlich, welche Not viele in die Arme von EYPO treibt, denn ohne eine Kreditkarte ist das Leben für Menschen, die aktiv am Geschäftsleben teilnehmen wollen, äußerst beschwerlich.
Die Druckversion dieses Berichts können Sie als pdf-File hier herunter laden (1,8 MB).
Siehe auch: Stiftung Warentest warnt
die
sowie folgende typischen
Erfahrungsberichte.

Am 13. 9. bestellten wir online für €  269,- bei EYPO online eine VISA-Karte.

 Wer den ‚Vorzugspreis‘ wollte (also €  269,- anstelle von €  299,-), der musste sich mit dem Bezahlen allerdings beeilen, wie uns in der Bestellbestätigung mitgeteilt wurde:

 Wir überwiesen den Betrag noch am gleichen Tag via Paypal. Die Höhe der Gebühr ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass es eine reine ‚Vermittlungsgebühr‘ ist. Um so erstaunter ist der Kunde, dass EYPO telefonisch für Fragen zur Bestellung nicht erreichbar ist. Man wird auf eine FAQ-Seite im Internet verwiesen, wenn man Fragen zu seiner Bestellung hat. Hier spürt man das erste Mal, dass EYPO weiß, dass seine Kunden aus Not zu seinen Kunden zählen und sich daher allerlei gefallen lassen.

 Am 22. 9. erhielten wir via Mail folgenden Brief mit der Aufforderung, eine Ausweiskopie einzusenden. Bitte beachten Sie das Versprechen: "Ihre Bestellung ist bereits genehmigt worden. Die Auslieferung ... wird ausgeführt, sobald eine Kopie Ihres gültigen Ausweises vorliegt."

 Und in der Tat: Am 18. 10. erreicht uns folgende Mail, in der uns der Versand der Karte mitgeteilt wrid. Es scheint also zu funktionieren.

 Klingt ja richtig nett, der Hinweis auf die Möglichkeit, die Karte direkt am Firmensitz abzuholen, wenn man es nicht erwarten könne. Welches ‚Spiel‘ dort mit der Ungeduld der Menschen getrieben wird, die in dieser Karte ihre ‚Rettung‘ sehen, wird einem deutlich, wenn man weiß, dass die Plastikkarte, die man da ausgehändigt bekäme, zunächst völlig wertlos ist (siehe unten).

 So ungeduldig sind wir dann doch nicht, und so wird uns wenige Tage später tatsächlich mit der Post eine Plastikkarte mit allerlei Dokumenten geliefert. Wir sind, wie wir auf der Plastikkarte lesen können, nur Inhaber eines Kontos bei der *Paritate Bank* in Riga (Littauen). Und zu unserer Beruhigung lässt sich das sogar sofort nachprüfen: Die Zugangsdaten für unser Onlinekonto bei der Paritate-Bank funktionieren, so scheint es. Nur: Diese hübsche rote Plastikkarte ist vorerst völlig wertlos, einfach ein Stück Plastik, denn sie ist noch nicht ‚aktiviert‘. Und angesichts der ‚Aktivierungsprozedur‘ haben wir uns gefragt, was dieser lächerliche Hinweis, man könne sich die Karte, wenn man es eilig habe, auch in Pfäffikon direkt abholen, wohl für einen Sinn haben soll.

 Und wieder wird uns eine Frist gesetzt: Wenn wir nicht innerhalb von 30 Tagen die erste Einzahlung in Höhe von mindestens EUR 100,- vornehmen, so können wir in der Anleitung lesen, dann wird die Karte "dauerhaft" gesperrt. Nur keine Zweifel aufkommen lassen bei den Kunden ...

 Die Aktivierungsprozedur kann also 10 bis 14 Tage dauern, steht dort geschrieben. Wir vermuten: 10 bis 14 Tage, nachdem die Gutschrift erfolgt ist. Wenn die Zeit dann um ist, und eine Aktivierung ist nicht erfolgt, schaut man notgedrungen auf der *FAQ-Seite* nach, und dann ist man ein wenig frustriert, wenn man dort liest: "... dass die Bearbeitung und Prüfung dieser Dokumente durch die EYPO AG und durch die Karten ausstellende Bank ca. 14 bis 21 Banktage (!), ab Eingang der Dokumente, in Anspruch nimmt." (Hervorhebung durch Autor, siehe diesen Ausschnitt aus den FAQ für EYPO-Kunden) - War da nicht in einer Mail die Rede davon, dass eigentlich doch schon alles klar wäre (siehe oben)? Da hieß es doch: "Ihre Bestellung ist bereits genehmigt worden. Die Auslieferung ... wird ausgeführt, sobald eine Kopie Ihres gültigen Ausweises vorliegt."

Ohne Schönschreiblehrgang keine Aktivierung der Karte

 Vor einigen Tagen nun erhalten wir einen Brief, in dem EYPO uns mitteilt, dass die Berufsangaben des Antragstellers (es handelte um die Berufsangabe ‚Journalist‘) nicht in Druckbuchstaben erfolgt sei (bzw. nicht leserlich gewesen sei). Innerhalb von 14 Tagen seien die korrekten Angaben nachzureichen. - Der Ton des Briefes erinnert an einen Bußgeldbescheid oder einen Brief von einem Gericht oder einer Behörde. Jetzt stelle man sich einmal vor, jemand ist im Urlaub oder auf Geschäftsreise.

Die Dame ist nicht mehr bei uns beschäftigt

 Wenn wir mit EYPO telefonieren, beschleicht uns das Gefühl, die Firma sei in Auflösung begriffen. Es ist so ein Gefühl, das wir haben, wenn wir mit der Dame, die sich meldet, telefonieren, mehr atmosphärisch. Aber es geht nicht nur um Atmosphärisches: Der oben abgebildete Brief ist vom 3. November und unterzeichnet von einer Dame, die sich Rosenstein nennt. Am 8. November, also am Tage, an dem dieser Artikel erschienen ist, haben wir EYPO angerufen und wollten wegen des Briefes mit dieser Damen verbunden werden (das Telefonat war um 12.45 Uhr). Die Auskunft, die wir erhielten, erstaunte uns doch sehr: "Frau Rosenstein arbeitet nicht mehr bei uns!"

Keine Reaktion auf unsere Interviewanfrage

 Selbstverständlich haben wir uns um ein Interview bemüht: Vergeblich, jedenfalls bisher.

Über den Fortgang der Aktivierungsprozedur halten wir unsere Leser auf dem Laufenden ...

Dr. Peter Niehenke
8. 11. 2005

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